Das Sandwich-Phänomen: Wie aus einem Submariner ein Hulk wird | ChronoMarket Berlin
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Das Sandwich-Phänomen: Wie aus einem Submariner ein Hulk wird

Wenn eine echte Uhr zur Fälschung wird – und warum Referenznummern dabei Leben retten können.

Im letzten Beitrag haben wir über Frankenstein-Uhren gesprochen – Exemplare, die aus originalen Teilen verschiedener Uhren zusammengesetzt werden. Heute geht es um eine verwandte, aber eigene Kategorie: die sogenannte "Sandwich-Uhr". Hier bleibt das Innere oft unangetastet. Was geändert wird, ist das Äußere – und das mit erstaunlicher Wirkung.

Was ist eine Sandwich-Uhr?

Aus Schwarz mach Grün – der einfache Trick mit großer Wirkung

Das Prinzip ist denkbar einfach: Man nehme einen originalen Rolex Submariner – eine der am weitesten verbreiteten Luxusuhren der Welt – und tausche Zifferblatt und Lünette gegen grüne Varianten aus. Das Ergebnis sieht aus wie ein Rolex Submariner "Hulk", der auf dem Markt deutlich mehr wert ist als der einfache schwarze Submariner.

Der Begriff "Sandwich" kommt daher, dass das Gehäuse mit echten Originalkomponenten "befüllt" bleibt, während es außen mit anderen Teilen "belegt" wird – wie ein Sandwich. Das Werk ist original, das Gehäuse ist original – aber die Uhr als Modell ist es nicht.

Rolex Submariner Hulk 116610LV – grünes Zifferblatt und Lünette
Rolex Submariner "Hulk" (Ref. 116610LV) – grünes Zifferblatt und grüne Cerachrom-Lünette. Eines der begehrtesten Modelle auf dem Gebrauchtmarkt.

Hulk, Starbucks, Kermit – die Rolex Submariner Familien

Drei grüne Submariner, drei verschiedene Referenzen

Um das Sandwich-Phänomen zu verstehen, muss man die verschiedenen grünen Submariner-Varianten kennen. Hier werden selbst erfahrene Käufer regelmäßig verwirrt – und genau das nutzen unseriöse Verkäufer aus.

Modell Referenz Merkmale
Submariner "Kermit" 16610LV Schwarzes Zifferblatt, grüne Aluminium-Lünette (2003–2010)
Submariner "Hulk" 116610LV Grünes Zifferblatt, grüne Cerachrom-Lünette (2010–2020)
Submariner "Starbucks" 126610LV Schwarzes Zifferblatt, grüne Cerachrom-Lünette, Oyster-Verschluss (ab 2020)

Der Hulk (116610LV) mit seinem vollständig grünen Erscheinungsbild ist besonders begehrt und erzielt auf dem Gebrauchtmarkt erhebliche Aufschläge gegenüber dem Standard-Submariner. Genau hier setzt das Sandwich-Phänomen an.

Merke: Ein Rolex Submariner "Hulk" hat sowohl grünes Zifferblatt als auch grüne Lünette – Referenz 116610LV. Der "Starbucks" (126610LV) hat dagegen ein schwarzes Zifferblatt mit grüner Lünette. Wer das nicht weiß, zahlt leicht für das falsche Modell.

Wie ein Sandwich entsteht – und warum es so schwer zu erkennen ist

Der Umbau: einfach, günstig, wirkungsvoll

Was für einen versierten Uhrmacher ein Nachmittagsprojekt ist, kann für einen unbedarften Käufer ein teures Missverständnis werden. Der Austausch von Zifferblatt und Lünette bei einem Rolex Submariner ist technisch nicht besonders aufwendig. Die Teile sind – gerade für grüne Varianten – auf dem Ersatzteilmarkt erhältlich.

Das Ergebnis: Eine Uhr mit originalem Werk, originalem Gehäuse und originaler Krone – aber einem Zifferblatt und einer Lünette, die nicht zu dieser Referenz gehören. Von außen sieht sie aus wie ein Hulk. Innen ist sie es nicht.

Rolex Submariner Inspektion ChronoMarket Berlin – Sandwich-Uhr erkennen
Bei der Prüfung in unserem Atelier: Jede Uhr wird auf Konsistenz zwischen Referenz, Werk und äußeren Komponenten geprüft.

Warum die Seriennummer allein nicht schützt

Viele Käufer glauben, eine Seriennummer zu prüfen reicht aus. Das stimmt leider nicht. Die Seriennummer einer Sandwich-Uhr kann vollkommen korrekt sein – denn das Gehäuse und das Werk sind ja original. Was fehlt, ist die Übereinstimmung zwischen der Referenznummer auf dem Gehäuse und den verbauten äußeren Komponenten.

Ein Submariner, der auf dem Papier eine schwarze Lünette haben müsste, aber mit einer grünen erscheint – das ist kein Zufall. Das ist ein Sandwich.

So schützen Sie sich beim Kauf eines Rolex Submariner

Die wichtigsten Prüfschritte in der Praxis

  • Referenznummer kennen und prüfen: Jede Rolex trägt eine Referenznummer zwischen Bandanstößen bei 12 Uhr. Diese Nummer definiert das Modell exakt. Stimmt die Nummer nicht mit dem Erscheinungsbild der Uhr überein, ist Vorsicht geboten.
  • Zifferblatt und Lünette auf Originalität prüfen: Originale Rolex-Zifferblätter haben ein spezifisches Drucklayout, Schriftart und Lume-Auftrag. Abweichungen sind für das geübte Auge sichtbar.
  • Lünette auf Cerachrom prüfen: Beim Hulk (116610LV) besteht die Lünette aus Cerachrom – einem Keramikwerkstoff. Eine Aluminium-Lünette in einem angeblichen Hulk ist ein klares Warnsignal.
  • Servicehistorie verlangen: Wer eine Rolex bei einer autorisierten Werkstatt gewartet hat, besitzt Servicebelege. Diese enthalten Modell und Referenz – eine wertvolle Verifikationsquelle.
  • Kaufen Sie bei einem spezialisierten Händler: Bei ChronoMarket prüfen wir jede Rolex auf Konsistenz zwischen Referenz, Werk und allen äußeren Komponenten – bevor sie in den Verkauf geht.

Was als Nächstes kommt

Rolex Referenznummern – der vollständige Leitfaden

Im nächsten Beitrag gehen wir tiefer ins Thema Referenznummern: Was bedeuten die einzelnen Ziffern und Buchstaben? Wie hat sich die Nomenklatur bei Rolex über die Jahre verändert? Und wie nutzt man Referenznummern als verlässliches Werkzeug zur Echtheitsprüfung – auch ohne Experte zu sein? Ein Beitrag, der sich für jeden lohnt, der sich ernsthaft mit dem Kauf einer gebrauchten Rolex beschäftigt.

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