Kurz gesagt: Die Rolex Datejust kam 1945 zum 40-jährigen Firmenjubiläum auf den Markt (Ref. 4467) – als erste automatische, wasserdichte Chronometer-Armbanduhr mit Datum im Fenster. Seitdem hat Rolex das Grundkonzept kaum verändert, aber Schritt für Schritt verfeinert: Zyklop-Lupe in den 1950ern, Schnellschaltung des Datums 1977, Saphirglas 1988, ein 41-mm-Gehäuse ab 2009 und das Kaliber 3235 seit 2016. Für den Verkauf heißt das: Referenz, Material und Generation bestimmen den Wert stärker als bei fast jedem anderen Rolex-Modell.
Kaum eine Uhr wurde so oft kopiert und so selten übertroffen wie die Datejust. Sie ist die vielseitigste Linie im Rolex-Programm – in Edelstahl, Rolesor (Stahl-Gold), Vollgold, mit glatter oder geriffelter Lünette, mit Oyster- oder Jubilé-Band. Genau diese Vielfalt macht es für Verkäufer wichtig, die eigene Referenz richtig einzuordnen.
1945: Die erste Datejust – Ref. 4467
Zum 40. Firmenjubiläum stellte Rolex 1945 die Datejust vor: eine Oyster-Uhr mit Automatikaufzug, Chronometer-Zertifikat und – damals neu – einem Datum in einem Fenster bei 3 Uhr. Die erste Referenz 4467 hatte ein 36-mm-Gehäuse aus Gelbgold und eine geriffelte Lünette. Zur Premiere entwarf Rolex ein eigenes Armband, das fünfreihige Jubilé-Band, benannt nach dem Jubiläum. Es ist bis heute untrennbar mit der Datejust verbunden.
1950er: Zyklop-Lupe und Datumswechsel um Mitternacht
Anfang der 1950er Jahre erschien mit Referenzen wie 6305 die Zyklop-Lupe über dem Datumsfenster – sie vergrößert das Datum etwa um das Zweieinhalbfache und wurde zum Erkennungszeichen fast aller späteren Rolex-Modelle mit Datum. Mitte der 1950er folgte der schlagartige Datumswechsel um Mitternacht (u. a. Ref. 6605) statt eines langsamen Weiterdrehens über mehrere Stunden.
1960er und 1970er: Die Ref. 1601 – der Vintage-Klassiker
Die Ref. 1601 wurde rund zwei Jahrzehnte gebaut und ist heute die bekannteste Vintage-Datejust. Typisch sind das Acrylglas, die geriffelte Weißgoldlünette und eine enorme Vielfalt an Zifferblättern, von Silber und Champagner bis zu seltenen „Sigma“- oder „Pie-Pan“-Varianten. Zur selben Generation gehören Varianten mit glatter Lünette (Ref. 1600) und mit Motorlünette (Ref. 1603). Für Sammler zählen bei diesen Uhren vor allem Originalzustand und Zifferblatt.
1977–1988: Schnellschaltung mit Kaliber 3035
Mit der Fünfstelligen-Generation (u. a. Ref. 16000, 16014, 16030) führte Rolex das Kaliber 3035 mit Datums-Schnellschaltung ein: Das Datum lässt sich über die Krone direkt verstellen, ohne die Zeiger stundenlang zu drehen. Diese Uhren tragen noch Acrylglas, sind aber im Alltag deutlich praktischer als die Vintage-Vorgänger.
1988–2004: Saphirglas und Kaliber 3135
Ab 1988 erhielt die Datejust Saphirglas und das Kaliber 3135, eines der zuverlässigsten Rolex-Werke überhaupt. Bekannteste Referenz dieser Generation ist die 16234 (Stahl mit Weißgold-Riffellünette). Am Gebrauchtmarkt gilt diese Generation als „moderne Vintage“: robust, alltagstauglich und vergleichsweise zugänglich.
2004–2018: Sechsstellige Referenzen und die Datejust II
Mit den sechsstelligen Referenzen wie der 116234 kamen ein massiveres Band mit massiven Endstücken und überarbeitete Schließen. 2009 folgte mit der Datejust II (Ref. 116334) erstmals eine 41-mm-Version mit Kaliber 3136 – eine Antwort auf den Trend zu größeren Uhren.
Seit 2016: Datejust 41 und Kaliber 3235
2016 ersetzte die Datejust 41 (Ref. 126334) die Datejust II – mit schlankerer Lünette und dem neuen Kaliber 3235, das Rolex als „Superlative Chronometer“ mit einer Genauigkeit von −2/+2 Sekunden pro Tag zertifiziert und rund 70 Stunden Gangreserve bietet. 2018 erhielt auch die klassische 36-mm-Datejust (Ref. 126234) dieses Werk. Daneben gibt es die Damen- und Mittelgrößen Datejust 31 und 28.
Welche Datejust hat welchen Wert?
Die Datejust deckt die größte Preisspanne aller Rolex-Linien ab – am Gebrauchtmarkt grob ca. 4.000 € bis 25.000 € und mehr, je nach Ausführung. Grundsätzlich gilt:
- Material: Edelstahl liegt im unteren Bereich, Rolesor (Stahl-Gold) darüber, Vollgold und Diamantbesatz deutlich höher.
- Generation: Aktuelle Referenzen mit Kaliber 3235 (126234, 126334) erzielen meist mehr als ältere Fünfstellige – Ausnahmen sind seltene Vintage-Zifferblätter.
- Zifferblatt und Lünette: Gefragte Zifferblätter (z. B. Wimbledon, Mintgrün, Blau) und die geriffelte Lünette bewegen den Preis spürbar.
- Zustand und Vollständigkeit: Unpoliertes Gehäuse, Originalteile sowie Box und Papiere – wie bei jeder Rolex.
Wie diese Faktoren konkret in ein Angebot einfließen, erklären wir in Wie bewertet ein Händler eine Rolex? Eine Übersicht aller Modelle finden Sie in Rolex Modelle und Preise. Woran Sie Ihre Referenz erkennen, zeigt Rolex Referenznummern entschlüsselt.
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Häufige Fragen zur Rolex Datejust
Wann wurde die Rolex Datejust eingeführt?
1945, zum 40-jährigen Firmenjubiläum von Rolex. Die erste Referenz war die 4467 mit 36-mm-Gelbgoldgehäuse und dem eigens dafür entworfenen Jubilé-Band.
Was ist der Unterschied zwischen Datejust 36 und Datejust 41?
Vor allem die Gehäusegröße: 36 mm ist das klassische Maß seit 1945, 41 mm gibt es seit der Datejust II (2009) bzw. der Datejust 41 (2016). Beide aktuellen Versionen nutzen das Kaliber 3235.
Woran erkenne ich, welche Datejust ich habe?
An der Referenznummer zwischen den Bandanstößen bei 12 Uhr und auf den Papieren. Vierstellige Referenzen (z. B. 1601) sind Vintage, fünfstellige (z. B. 16234) stammen etwa aus 1977–2004, sechsstellige (z. B. 126334) sind aktuelle Generationen.
Was ist eine Rolex Datejust wert?
Je nach Referenz, Material und Zustand grob 4.000 € bis 25.000 € und mehr. Edelstahl liegt im unteren Bereich, Rolesor und Gold darüber. Eine verbindliche Einschätzung gibt es nur nach individueller Prüfung.
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